Jahrestagung 2021 "Museen in Zeiten von Rechtspopulismus"

Der wachsende gesellschaftliche Einfluss des Rechtspopulismus wirkt sich auch auf die Bedingungen aus, unter denen Kultureinrichtungen arbeiten: auf ihr Publikum, auf ihr Personal, auf die Kulturpolitik, auf die öffentliche Diskussion. Die Frage, welche Konsequenzen sich daraus für die Museen, ihre Institutionen, ihr Programm und ihre Arbeitsweisen ergeben, rührt am Selbstverständnis der Museen. So sind sie einmal mehr aufgefordert, sich mit damit auseinanderzusetzen, wie sie sich als öffentliche Einrichtungen einer demokratischen Gesellschaft verstehen, wofür sie stehen und welchen Beitrag sie mit ihrer Arbeit zum gesellschaftlichen Miteinander leisten.

Die praktische Relevanz zeigt sich besonders deutlich, wenn Museen z. B. damit konfrontiert sind, dass Ausstellungsthemen von rechtspopulistischen Gruppierungen für ihre Zwecke vereinnahmt und instrumentalisiert werden; wenn sich Besucher*innen unter Berufung auf die Meinungsfreiheit diskriminierend äußern, gezielt provozieren und die Grenzen des Sagbaren immer weiter verschieben; wenn Museen parlamentarischen Anfragen ausgesetzt werden, durch die versucht wird, Einfluss auf ihre Arbeit zu nehmen. Dass es sich dabei nicht um Einzelfälle handelt, zeigt unter anderem eine 2020 erschienene Broschüre der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus Berlin (mbr). Verschiedene Akteure der Kulturarbeit positionierten sich dagegen öffentlich, so z.B. im Rahmen der Initiative Die Vielen.

Inwiefern fordert der Rechtspopulismus die Kultureinrichtungen heraus? Wie entwickeln wir als Museen eine Haltung? Welche Handlungsoptionen stehen uns in konkreten Situationen zur Verfügung? Welche rechtlichen Aspekte sind zu beachten? Welche kritischen Fragen müssen wir uns mit Blick auf unsere Institutionen stellen? Wie sind unsere Strukturen, unser Personal und unsere Programme weiterzuentwickeln? Sollten wir uns öffentlich positionieren und in welcher Weise? Mit wem schließen wir uns zusammen? Wer berät uns? Wie stärken wir uns gegenseitig?

Über diese und weitere Fragen möchten wir Sie – unter anderem unterstützt von der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus Berlin (mbr) – im Rahmen unserer nächsten Jahrestagung ins Gespräch bringen. Wir bieten Raum und Gelegenheit für den Austausch über Herausforderungen, offene Fragen, Erfahrungen und Lösungen und gegenseitige Beratung. Herzlich laden wir dazu auch Kolleg*innen aus anderen Bundesländern sowie andere Akteure aus Kultur und Stadtgesellschaft, die sich mit dem Thema beschäftigen, ein.

Der Termin und detaillierte Informationen zum Programm folgen. Unser Newsletter informiert Sie zuverlässig! Regelmäßig weisen wir darin außerdem bis zur Tagung auch auf Wissenswertes (Literatur, Veranstaltungen usw.) zum Thema hin.