Call: Impulsgeber:innen gesucht!

(Den Call als pdf-Datei zum Herunterladen finden Sie hier.)

Am 1. Juni 2021 findet unsere Jahrestagung "Museen in Zeiten von Rechtspopulismus" statt. Beraten werden wir dabei unter anderem von der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus Berlin (mbr). Im Rahmen der Tagung werden wir nach einem gemeinsamen Einführungsteil in Kleingruppen arbeiten. Diese bieten die Möglichkeit, im geschützten Rahmen intensiv zu einzelnen Themen ins Gespräch zu kommen. Ziel ist, sich auszutauschen, gegenseitig zu beraten und gemeinsam Ergebnisse zu erarbeiten, die auch für andere Museumsmacher:innen hilfreich sind. Für diese Arbeitsgruppen suchen wir jeweils eine oder zwei Impulsgeber:innen aus der Praxis.

Sie haben Interesse an der Tagung teilzunehmen und…

  • befinden sich aktuell in einer Situation, in der Sie Rat suchen?
  • haben Fragen oder Positionen, die Sie vor- und zur Diskussion stellen möchten?
  • verfügen über Erfahrungen, die Sie mit anderen teilen möchten?
  • möchten ein konkretes Beispiel aus Ihrer Arbeit vorstellen?
  • bereiten sich auf eine Situation vor und möchten mit Kolleg:innen Haltungsfragen und Handlungsoptionen ausloten?

Dann schreiben Sie uns gerne bis spätestens zum 02. März 2021 eine Mail an info@lmb.museum! Bitte skizzieren Sie kurz das Thema Ihres Impulses. Bitte schreiben Sie uns, für welche der folgenden Arbeitsgruppen sie gerne den Impuls liefern möchten. Sollte keiner der hier skizzierten Themenkomplexe passen, sind wir offen für Ihre Ideen! Wir freuen uns auch über Vorschläge aus anderen Sparten & Bereichen oder Bundesländern. Der Impuls kann digital gehalten werden. Eine Anreise nach Berlin ist nicht notwendig.

Leitbilder in Zeiten von Rechtspopulismus

In Leitbildern definieren Museen ihr Selbstverständnis, ihre Werte, Ziele und Aufgaben. Sie sind die gemeinsame Basis für die Ausrichtung der Arbeit des Museums und dienen als wichtige Entscheidungs- und Argumentationsgrundlage nach Innen und Außen. Diese Arbeitsgruppe setzt sich damit auseinander, ob und welche Konsequenzen sich aus dem wachsenden Einfluss des Rechtspopulismus für die Funktionen, Inhalte, Erarbeitungsprozesse von und den Umgang mit Leitbildern ergeben.

Museumspublikum in Zeiten von Rechtspopulismus

Auch das Museumspublikum verändert sich durch den gesellschaftlichen Einfluss des Rechtspopulismus. Immer wieder sind Museen mit Einzel- und Gruppenbesucher:innen konfrontiert, die Tabus brechen, die Grenzen des Sagbaren verschieben, provozieren oder gezielt stören. Diese Arbeitsgruppe setzt sich mit Haltungsfragen und Handlungsmöglichkeiten von Museen auseinander. Wie kommen wir im Team zu einer gemeinsamen Position? Welche Kompetenzen sind erforderlich, um mit diesen Situationen zielführend umzugehen? Wie entwickeln wir sinnvolle Handlungsketten für konkrete Situationen, um Objekte, Besucher:innen und Mitarbeiter:innen zu schützen?

Sammlungsarbeit in Zeiten von Rechtspopulismus

Die Sammlungen sind die Basis der Museumsarbeit. Historisch gewachsen bilden sie oft nicht die diverse, plurale Gesellschaft ab bzw. sind nicht mit Blick auf ihre Vielfältigkeit erschlossen. In Sachen Provenienzforschung und beispielsweise dem Umgang mit Objekten aus kolonialen Kontexten sind viele Fragen ungeklärt. Viele Museen haben den Handlungsbedarf erkannt. Die Veränderungen vollziehen sich hier aber viel langsamer als beispielsweise in der Bildungs- und Vermittlungsarbeit. Wie gehen Museen konstruktiv mit diesem Spannungsfeld um? Wie zeigen sie sich glaubwürdig? Was können sie tun, um keinen Nährboden für Rechtspopulismus zu liefern?

Politische Einflussnahme in Zeiten von Rechtspopulismus

Politiker:innen haben die Möglichkeit, Einfluss auf Kultureinrichtungen auszuüben - beispielsweise durch parlamentarische Anfragen oder die Ausübung von Funktionen in Aufsichtsräten. Diese Arbeitsgruppe diskutiert, ob, inwieweit und in welcher Form solche Einflussnahmen in einer demokratischen Gesellschaft legitim sind – und wann nicht. Welche strukturellen Maßnahmen können unrechtmäßige Einflussnahme verhindern? Welche Möglichkeiten haben Museen, sich gegen diese in konkreten Situationen zu wehren? Wie kann ein konstruktiver Dialog mit der Kulturpolitik aussehen, um die gesellschaftliche Relevanz und das demokratisierende Potential von Museen zu fördern?

Museumsteams in Zeiten von Rechtspopulismus

Rechtspopulismus ist Teil unserer Gesellschaft und so – potentiell – auch unserer Museumsteams. In der Regel werden Haltungen zu gesellschaftlichen und politischen Fragen der Mitarbeiter:innen als Privatsache betrachtet. Die Arbeitsgruppe diskutiert, in welchen Situationen diese relevant für die Arbeit des Museums und die Personalpolitik werden. Wie definieren wir die Grenzen? Durch welche Strukturen und Strategien sichern wir einen diskriminierungsfreien Umgang des Museumspersonals untereinander und mit dem Publikum? Wie stärken und schützen wir betroffene Mitarbeiter*innen? Welche rechtlichen Grundlagen gibt es?

Bildungsarbeit in Zeiten von Rechtspopulismus

Rechtspopulismus trägt zur Spaltung der Gesellschaft bei und unterstützt antidemokratische Tendenzen. Die Arbeitsgruppe diskutiert Auftrag, Potential und Möglichkeiten von Museen durch ihre Bildungsprogramme und Ausstellungen demokratisierend zu wirken. Wie nutzen wir dieses Potential? Wie gestalten wir Erarbeitungsprozesse? Wen beteiligen wir? Braucht es neue Formate? Sollten sich Museen stärker auch als Einrichtungen politischer Bildung verstehen? Dazu gehört auch der selbstkritische Blick auf mögliche Ausschlussmechanismen.

Soziale Medien in Zeiten von Rechtspopulismus

Immer mehr Museen nutzen die sozialen Medien um auf ein breiteres Publikum zuzugehen. Die Arbeitsgruppe diskutiert, wie Museen ihre Aktivitäten so gestalten, dass sie aktiv einen Beitrag zu einem respektvollen und friedlichen Miteinander leisten. Außerdem setzt sich die AG mit potentiellen Konflikten mit rechtspopulistischen Gruppen auseinander. Sie lotet, Haltungsfragen, präventive Maßnahmen und Handlungsmöglichkeiten in konkreten Situationen aus.

Öffentliche Positionierung in Zeiten von Rechtspopulismus

In den letzten Jahren haben sich angesichts des wachsenden Einflusses des Rechtspopulismus verschiedene Akteure der Kultur, darunter auch Gedenkstätten & Museen, öffentlich positioniert. Initiativen wie z.B. „Die Vielen“ gründeten sich. Diese Arbeitsgruppe diskutiert Für- und Gegenargumente, rechtliche Grundlagen, Wirkungen und Konsequenzen der öffentlichen Positionierung. Thema werden außerdem Potentiale und Formen der Vernetzung und gegenseitigen Unterstützung sein.

Ihre Idee

Bitte lassen Sie uns wissen, falls Sie einen Themenvorschlag haben, zu dem Sie gerne einen Impuls liefern würden. Wir freuen uns auf Ihre Ideen!