Verordnungen des Berliner Senats

Seit dem 04. Mai 2020 dürfen die Museen ihre Türen wieder für den Publikumsverkehr öffnen. Bisher regelte die Eindämmungsverordnung vom 22. März 2020, zuletzt in der Fassung vom 16. Juni 2020 (11. Fassung), die dafür zu erfüllenden Auflagen.

Seit Samstag, dem 27. Juni 2020, gilt die SARS-CoV-2-Infektionsschutzverordnung, die die Eindämmungsverordnung ablöst. Die Infektionsschutzverordnung tritt mit Ablauf des 24. Oktober 2020 außer Kraft.

Am 9. Juli 2020 wurde außerdem von der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa auf der Grundlage der Verordnung ein Hygienerahmenkonzept für Kultureinrichtungen veröffentlicht, das den Kultureinrichtungen Orientierung bei der Erstellung ihrer eigenen Schutz- und Hygienekonzepte bieten soll.

Wir fassen hier die wichtigsten Punkte aus Verordnung und Hygienerahmenkonzept für Museen zusammen (z.T. wörtlich übernommen, keine vollständige Darstellung und ohne Gewähr):

Schutz- & Hygienekonzept

Jedes Museum mit Sitz in Berlin braucht ein individuelles Schutz- und Hygienekonzept, das auf Verlangen der zuständigen Behörde vorgelegt werden kann – differenziert nach verschiedenen Typen von Angeboten des Museums. Die Grundlage dafür sind die im Folgenden beschrieben Regeln und Maßnahmen. Weitere Hinweise zu den Schutz- und Hygienekonzepten finden Sie hier.

Mund-Nasen-Bedeckung

Besucher*innen sind in geschlossenen Räumen zum Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung verpflichtet, sofern sie keinen Sitzplatz eingenommen haben.

Ausgenommen von dieser Pflicht sind:

  • Kinder bis zum vollendeten sechsten Lebensjahr,
  • Personen, die aufgrund einer gesundheitlichen Beeinträchtigung oder einer Behinderung keine Mund-Nasen-Bedeckung tragen können,
  • Personen, bei denen durch andere Vorrichtungen die Verringerung der Ausbreitung übertragungsfähiger Tröpfchenpartikel bewirkt wird oder
  • gehörlose und schwerhörige Menschen und Personen, die mit diesen kommunizieren, sowie ihre Begleitpersonen

Kontaktloser Besucher*innenservice

Tickets von vorranging bargeldlos (vorab auch online ggf. mit Zeitfenster) zu verkaufen. Schutzmaßnahmen in Eingangs- und Kassenbereichen sind analog zu denen des Einzelhandelns einzurichten. Die Einhaltung der Regeln ist durch geschultes Personal vor Ort zu sichern.

Weitere Hygienemaßnahmen

Im Hygienerahmenkonzept wird darauf hingewiesen, dass in den Museen, insbesondere in den Sanitärräumen, Gelegenheiten zum Händewaschen, Seife sowie Einmalhandtücher in ausreichender Menge zur Verfügung zu stellen sind. Es wird empfohlen, interaktive Aktionen (im Museumsbereich v.a. Stationen) mit zusätzlichen Kontakten (Tastenbedienung, Touchscreens usw.) zu vermeiden. Weitere Empfehlungen finden Sie hier.

Ausreichende Belüftung

Museen sind angehalten, für den Austausch der Luft und die kontinuierliche Versorgung des Innenraums mit Frischluft zu sorgen. Alle gegebenen Möglichkeiten der Durchlüftung der Räumlichkeiten inkl. der sanitären Anlagen sind zu nutzen. Weitere Hinweise finden Sie im Hygienerahmenkonzept.


Maximale Aufenthaltsdauer

Bei Veranstaltungen in geschlossenen Räumen müssen Museen sicher stellen, dass die Aufenthaltsdauer der Besucher*innen nicht zu lang ist (in Abhängigkeit von der Raumgröße, den Lüftungsmöglichkeiten usw). Museen sollten sich kundig machen und den Rat von internem Fachpersonal (z.B. Haustechnik) berücksichtigten - nach Möglichkeit können auch externe Expert*inenn einbezogen werden. Die Begrenzung der Aufenthaltsdauer betrifft nicht den individuellen, selbstbestimmten Museumbesuch, bei dem sich die Besucher*innen frei durch das Haus bewegen.

Abstandsregelungen

Bei Kontakten zu anderen Menschen ist ein Mindestabstand von 1,5 Metern grundsätzlich einzuhalten. Familien, Paare und Personen, die in einem Haushalt leben, sind von der Einhaltung des Mindestabstands ausgenommen. Diese Regelung gilt bis maximal sechs Personen. Die Museen müssen mit entsprechenden Maßnahmen dafür sorgen, dass die Einhaltung des Mindestabstands ihren Besucher*innen bei der Nutzung ihrer Angebote möglich ist.

Besucher*innenführung

Eine gezielte Besucher*innenführung ist ein wichtiges Instrument, um Stauungen und Ansammlungen zu vermeiden und so die Einhaltung der 1,5-Meter Abstandsregel zu befördern. Im Hygienerahmenkonzept wird vor allem auf die abstandsgerechte Regelung der Bewegungsrichtung beim Betreten und Verlassen des Gebäudes, die Planung der Besucher*innen in eine Richtung, die Regelung der Zu- und Ausgangsmöglichkeiten, die abstandsherechte Regelung des Zugangs zu den sanitären Anlagen und deren Nutzung verwiesen.

Begrenzung der zeitgleich Anwesenden

Die Begrenzung der zeitgleich Anwesenden gemäß der räumlichen Gegebenheiten ist ein Mittel um die Einhaltung der 1,5 Meter-Abstandsregel zu ermöglichen und zu befördern. Für die Berechnung der Anzahl der Personen, die sich gleichzeitig im Museum aufhalten bzw. an den Angeboten des Museums teilnehmen dürfen, gibt das Hygienerahmenkonzept als Grundlage die "Wahrung des Mindestabstands von 1,5 Metern gemäß Verkehrsfläche“ vor. Es gibt keine genaue Angabe, welche Quadratmeterzahl pro Person als Grundlage für die Berechnung dienen soll.

Es obliegt damit jedem Museum, die Zahlen für die Häuser und ggf. verschiedene Angebotstypen (ein Unterschied zwischen sich selbstbestimmt bewegenden Besucher*innen, geführten Besucher*innen und solchen mit festen Sitzplätzen ist beispielsweise zu überdenken) entsprechend der Gegebenheiten vor Ort schlüssig zu berechnen.

absolute Personen-Obergrenzen

Folgende absolute Obergrenzen für zeitgleich Anwesende bei Veranstaltungen dürfen nicht überschritten werden (die Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln.

Veranstaltungen in geschlossenen Räumen:

  • bis zum 31. Juli 2020: max. 300 zeitgleich Anwesende
  • vom 1. August bis zum Ablauf des 31. Augusts 2020: max. 500 zeitgleich Anwesende
  • vom 1. September bis zum Ablauf des 30. Septembers 2020: max. 750 zeitgleich Anwesende
  • vom 1. Oktober bis zum Ablauf des 24. Oktobers 2020: max. 1000 zeitgleich Anwesende
Veranstaltungen im Freien
  • bis zum 30. August 2020: max. 1000 zeitgleich Anwesende
  • vom 1. September bis zum 24. Oktober 2020: max. 5000 zeitgleich Anwesende

Anwesenheitsdokumentation

Die Berliner Museen sind verpflichtet bei Veranstaltungen (dazu zählen auch Führungen, Workshops etc.) eine Anwesenheitsdokumentation zu führen. Beim individuellen, selbstbestimmten Museumsbesuch muss die Anwesenheit nicht dokumentiert werden. Welche Daten erhoben werden müssen und wie lange dieses aufbewahrt werden müssen, ist in §3 der Infektionsschutzverordnung definiert.